Zum wiederholten Mal unterrichte ich an unserer 3. und 4.Kl. in den nächsten Wochen das Thema „Geschichte der Erde“ und arbeite hauptsächlich mit dem Legeset und ausgewählten, teilweise vereinfachten Aufträgen aus den KM.
Nächstens setze ich das KM3a „Viele Menschen haben verschiedene Vorstellungen“ ein.
Die Kinder hören die Texte, anschliessend markieren sie in den Texten das Wichtige und werden zu den einzelnen Texten die Bilder dazu kleben, die im Originalblatt bereits den Texten zugeordnet sind, damit sie die Texte genau lesen. Selbstverständlich werden wir auch im Klassengespräch über unterschiedliche Vorstellungen sprechen und die Kinder haben den Auftrag, zu Hause nachzufragen, was ihre Eltern denken.
Meine Frage:
Warum steht auf dem KM3 neben den Vorstellungen der Chinesen, Afrikaner etc. nicht auch die Vorstellung unseres Abendlandes? Ist die biblische Schöpfungsgeschichte aus dem AT nicht auf der gleichen Stufe wie die fünf Geschichten der anderen Menschen anzuordnen? Wird vorausgesetzt, dass diese allgemein bekannt ist?
Nachdem ich mich längere Zeit mit theologischen Fragen auseinander gesetzt habe, bereitet mir der Umgang mit biblischen Texten im Klassenzimmer zunehmend Mühe. Dennoch möchte ich deren Verwendung und Interpretation nicht einfach den evangelikalen Gruppierungen überlassen.
Als ich vor zwei Jahren mit dem gleichen Material arbeitete, stellte ich gemäss KM18a das Aufklappbuch zur Entwicklung der Erde und Menschheit her. Ein Kind sagte mir dazu: „Ich und meine Eltern glauben nur bis zum 4. Bild (Saurier), wir sind drum Christen.“ Ich gab ohne langes Überlegen sinngemäss zurück: „Ich bin auch Christin, ich glaube dennoch an die ganze Entwicklung, so wie sie dargestellt ist.“
Was das KM3 betrifft:
Vom vorangehenden Unterrichtsgespräch, in dem Kinder sicher die Schöpfungsgeschichte thematisieren, bekommen Eltern nichts mit, im Heft sehen sie nur die 5 „fremden“ Mythen. Erhalten sie da nicht den Eindruck, dass wir uns offenbar mehr mit „fremden“ Schöpfungsmythen auseinandersetzen als mit dem christlichen?
Und selbst ich bin unsicher, ob ich jetzt einfach als weiteren Text den Schöpfungsbericht anfügen soll und damit ausdrücke: Das ist genauso ein Mythos wie die anderen.
Guten Abend
Herzlichen Dank für Ihre Ausführungen zum Thema „Geschichte der Erde und der Lebewesen“. Ihre Überlegungen haben Sie sehr ausführlich beschrieben und die Frage lässt sich nicht einfach so schnell beantworten. Ich bitte Sie um etwas Geduld. Herzlichen Dank für Ihr Verständnis.
Freundliche Grüsse
Es freut mich sehr, zu lesen, dass Sie mit den Materialien aus der Zeitreise des NMM – Lehrmittels „RaumZeit“ arbeiten. So ermöglichen Sie den Schülerinnen und Schülern einen spannenden und lernreichen Unterricht.
An der Entwicklung des Lehrmittels war ich nicht direkt beteiligt, so dass ich Ihre Frage nicht beantworten kann, warum die Schöpfungsgeschichte nicht neben den anderen Vorstellungen steht.
Wichtig ist mir aber zu betonen, dass Kinder, die mit einem stark christlich geprägten Hintergrund kommen und erklären, dass sie nur an die Bibel glauben, nicht belehrt werden, dass ihre Sichtweise falsch ist. Wir empfehlen den Lehrpersonen auf dieser Stufe, dass die kreationistische Sichtweise und die Evolutionstheorie nebeneinander stehen dürfen.
„Die Materialien zur Entstehung der Erde und der Lebewesen orientieren sich am aktuellen naturwissenschaftlichen Verständnis“, so steht es in den Hinweisen für Lehrerinnen und Lehrern auf Seite 76, d.h. auf der Grundlage der Frankfurter Evolutionstheorie.
Es geht auch darum, dass die Schülerinnen und Schüler verstehen lernen, dass es verschiedene Sichtweisen zur Entstehung der Erde und der Lebewesen gibt und welche Spuren uns mögliche Hinweise geben können.
Auf einen Text aus der christlichen Schöpfungsgeschichte mit dem Hinweis, das sei auch ein Mythos, würde ich verzichten.
Ich hoffe, dass ich mit meinen Zeilen etwas zur Klärung Ihres Anliegens beitragen kann.
Einige Jahre später habe ich eine Frage zu genau diesem KM 18 zum Lehrmittel RaumZeit. Mir geht es aber nicht ums inhaltliche, sondern ich verstehe einfach nicht wie man dieses Aufklappbuch zusammenkleben soll. Ich kenne niemand, der es schon gemacht hat und im Internet finde ich auch keine Fotos dazu. Die Anleitung neben der Vorlage verwirrt mich nur.
Dieses Klappbüchlein habe ich mehrmals verwendet und kann es wärmsten empfehlen als Abschluss des Themas Erdgeschichte. Da ich pensioniert bin und mein Material an einen Kollegen vom Schulhaus weitergegeben habe, kann ich dir keine Foto übermitteln. Ich versuche, es dir hier zu erklären.
Die SuS schneiden alle Teile von KM18b/c aus, ordnen diese der Grösse nach und legen sie vor sich auf den Tisch.
Es hat 2 gleich grosse Teile (Teil 10 mit dem Text "Die Erde entsteht… und Teil 1 mit Kontinent Europa/Afrika).
Jetzt werden die 10 Teile auf einen Stapel gelegt.
Zuunterst liegt der Teil mit dem Text „Die Erde entsteht…“ (Teil 10) , zuoberst der gleichgrosse Kreis mit der Darstellung von Europa/Afrika (Teil 1).
Die weitern 8 Teile kommen dazwischen, beginnend mit dem kleinsten, welcher die ersten Lebewesen darstellt (Kreis, Wurm, Teil 9).
Als Hilfe für die Reihenfolge dient auch die kleine Lasche: Deren Position wechselt ab: Einmal ist sie links, nachher rechts, wieder links usw. Der fertige Stapel wird mit einer Büroklammer fixiert.
Jetzt beginnt die Reis zurück.
Teil 1 (Kontinent Afrika / Europa) wird angefärbt, auf „Europa“ ein kleines Passfoto geklebt, passender Text auf Rückseite geschrieben (eigener Text oder Text von KM 18a abschreiben).
Teil 2 (Eiszeit) anfärben, auf Rückseite passenden Text notieren.
Teile 3 bis 10 so bearbeiten, auf Teil 10 steht der Text bereits.
Am Schluss werden die 10 Teile in der richtigen Reihenfolge aufeinander geklebt wie auf KM18a dargestellt. D.h. man nimmt Teil 9 (Wurm, Kreis = Erste Lebewesen) und klebt ihn an der Lasche (Lasche links) über den Text von Teil 10. Nachher Teil 8 (Blattartige, quallen- und wurmähnliche…) Lasche rechts über Teil 9 usw.
Die Idee ist genial, die Ausführung nicht ganz ohne…
Ich lade dir noch ein Dokument hoch, wie ich die Arbeit am Schluss begutachtete. Es stammt aus dem Jahr 2015. Letztes Jahr stellte ich noch die erweiterte Anforderung, dass pro Teil mindesten 2 Sätze geschrieben werden müssen.
Danke vielmals für deine ausführliche Antwort! Nun ist mir klar, wie ich die Teile aufeinander klebe. Das Büchlein ist wirklich sehr aufschlussreich und praktisch, um ab und zu darauf zu verweisen.
Ich wünsche dir einen erfüllten Ruhestand:)