Im heutigen News-Letter der PH Bern wird auf ein gemeinsames Angebot der PHBern und der Schweizer Armee hingewiesen: www.luftbilder-der-schweiz.ch. Es finden sich hier viele fundierte Informationen und auch Bilder.
Ich bin aber ein wenig überrascht, dass die PH Bern mit der Armee zusammen Unterrichtsinformationen erstellt und erkenne kein didaktisches Konzept. Meine Fragen:
Was veranlasst die PH Bern zusammen mit der Armee eine solche Plattform zu erstellen? Wurden die Kosten von der Armee getragen?
Gibt es Handreichungen dazu, wie diese Plattform im Unterricht genutzt werden kann?
Wäre es nicht sinnvoller gewesen, sich auf bereits bestehende Angebote im Internet (Google Karten, Google Earth, Swisstopo etc.) abzustützen?
vielen Dank für dein Interesse an unseren frei zugänglichen Online-Luftbildern. Diese sind eine Weiterentwicklung zweier sehr erfolgreicher Vorgängerprodukte: Der analogen Dias „Flying Over Switzerland“ (260 Dias) von 1996 und der gleichnamigen CD-ROM von 2000 (600 digitale Luftbilder). Für „Luftbilder der Schweiz“ (1000 digitale Luftbilder) hat die PHBern mit der Universität Zürich und der Schweizer Luftwaffe zusammengearbeitet.
Das Archiv der Schweizer Luftwaffe steht der Forschung und Lehre offen. Die PHBern hat bestehende und neue Luftbilder gesichtet, zusammengestellt und inhaltlich erschlossen. So sind verschiedene Dossiers mit Luftbildern entstanden. Fundierte Hintergrundinformationen sollen Lehrerinnen und Lehrer zusätzlich unterstützen. Weitere Besonderheiten sind die sehr hohe Auflösung der Luftbilder und die Zeitachse (d.h. alte und neue Bilder des gleichen Sujets stehen zum Vergleichen zur Verfügung).
Die Website http://www.luftbilder-der-schweiz.ch basiert auf Google Maps. Vorgesehene Weiterentwicklung an der Universität Zürich: Einbindung von Schrägluftbildern in Online-Angebote wie Google Earth, map.geo.admin sowie Atlas der Schweiz.
vielen Dank für Deine Antwort und den Hinweis auf die Weiterbildung. Mich interessiert der Landschaftswandel und ich überlege mir, ob ich mich - trotz der recht hohen Kosten - für den Kurs anmelden soll. Ich muss zuerst Rücksprache mit meiner Schulleitung nehmen. Ich wäre aber vorher noch froh um ein paar Angaben zum didaktischen Konzept hinter der Bilder- und Datensammlung. Mir ist noch zu wenig einsichtig, wie ich als Reallehrerin diese Informationen für den Unterricht nutzen kann. In meiner Klasse habe ich zwei alte PCs und eine langsame Internetverbindung. Zuhause kommen die Luftbilder flott, aber in der Schule geht das fast nicht.
Könnte man nicht auf der Webseite eine kurze didaktische Handreichung anbieten, wie man die Website im Unterricht nutzen kann?
Und nicht beantwortet hast Du meine Frage nach den Kosten. Das Zusammenstellen aller Bilder und Dokumente hat ja sicher viele Franken gekostet. Da frage ich mich (und meinen Kolleginnen) auch bei anderen Projekten der PH Bern oft, ob das Geld richtig investiert wird und vorher die Bedürfnisse von uns Lehrerinnen und Lehrern abgeklärt wurden. Aber das ist natürlich nur meine persönliche Sichtweise aus meiner Schulstufe.
Danke für die Antwort und gut Flug! Luftibus
PS: Unsere Namen passen lustigerweise noch gut zum Thema. Cladiator => Gladiator tönt militärisch. Luftibus passt zu Luftbildern. Hoffentlich nicht dazu, dass sich hier allenfalls viel Geld in Luft aufgelöst hat.
Nachtrag:
Zufällig Tagesschau von SRF heute Sonntag 10. Februar 2013 geschaut:
Archiv-Perlen werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die ETH-Bibliothek stellt zurzeit Tausende von Fotos aus dem Archiv der Stiftung Luftbild Schweiz online. Es sind spektakuläre Aufnahmen von Schweizer Städten, Dörfern und Landschaften. www.srf.ch/news/panorama/ein-blick-auf-die-schweiz-aus-der-vogelperspektive
Irgendwie werde ich je länger desto mehr den Verdacht nicht los, dass es hier Doppelspurigkeiten gibt und die PH Bern viel Geld in den Sand gesetzt hat. Oder besteht eine Kooperation zwischen den beiden Projekten?
Bei der Erschliessung der ETH-Bibliothek handelt es sich um eine reine Dokumentation ohne direkten Schulbezug. Umso wichtiger wäre es, dass der Schulbezug des Projektes der PH Bern aufgezeigt würde.
dein Interesse an den „Luftbildern der Schweiz“ und an der Weiterbildung dazu freut mich! Zu deinen Fragen und Inputs gebe ich dir gerne folgende Antworten:
Das primäre Zielpublikum von „Luftbilder der Schweiz“ sind Lehrerinnen und Lehrerinnen der Sekundarstufe II (Geografie und Geschichte). Auf deiner Stufe kannst du „Luftbilder der Schweiz“ natürlich auch einsetzen, zum Beispiel auf Exkursionen (unter „Freiberge“ oder „Urner See“ zum Beispiel findest du umfangreiche Hintergrundinformationen für Lehrpersonen). Eine Broschüre zu „Luftbilder der Schweiz“ gibt dir weitere Infos: Willkommen zur Web-Plattform «Luftbilder der Schweiz» | Luftbilder der Schweiz | UZH
Am geografischen Institut der Universität Zürich entwickeln zurzeit Lehramtskandidatinnen und -kandidaten weitere didaktische Umsetzungen. Diese beinhalten Arbeitsblätter für Schülerinnen und Schüler sowie Kommentare für Lehrerinnen und Lehrer. Im Moment laufen Gespräche, um die Arbeiten der PHBern und der Universität Zürich zusammenzuführen und so einen noch grösseren Mehrwert – auch für die Schule – zu schaffen.
Das Archiv der Luftwaffe steht Forschung, Lehre und Verwaltung kostenlos zur Verfügung, d.h. die PHBern musste dafür nichts bezahlen. In inhaltliche Aufbereitung, topografische Ergänzungen und thematische Erschliessung der digitalen Aufnahmen hat die PHBern Arbeitszeit investiert im Rahmen ihres Entwicklungsauftrags.
Die Luftaufnahmen in der ETH-Bibliothek, die du in der Tagesschau gesehen hast, stammen aus einer anderen Quelle: Sie basieren auf dem Archiv der Swissair und werden nun nachträglich digitalisiert. Es handelt sich um senkrechte Aufnahmen aus der Vogelperspektive, während dem die „Luftbilder der Schweiz“ so genannte Schrägaufnahmen sind.
Auch dir weiterhin einen guten Flug;-) Herzliche Grüsse, cladiator3000
PS: Bei meinem Benutzernamen habe ich mich übrigens von einem Film inspirieren lassen;-)
Vielen Dank für die Informationen. Die Dokumentation zum Projekt habe ich übersehen und mit diesen Informationen werden mir nun die didaktischen Einsatzszenarien der Luftbilder klarer.
Die angesprochene CD-ROM nutzt mir nicht viel. Mein Notebook hat kein Laufwerk mehr und demnächst möchten wir an unserer Schule mit dem Einsatz von iPads starten. Ich werde versuchen, die Luftbilder mit dem Tool HTTrack Website Copier lokal herunterzuladen und so den Bandbreitenengpass an der Schule zu umgehen.