Sprachstarken 3 mit 4 / Deutsch "teilen"

Gerne eröffne ich eine Diskussion, zu zwei Themen, über die ich hier schon viel für mich Hilfreiches lesen konnte. Trotzdem noch mein konkreter Fall:
Ich unterrichte an einer 3./4. Mischklasse und darf nächstes Schuljahr auch mit Deutsch starten. Mir wurde gesagt, und das habe ich hier ja auch gelesen (allerdings mit Sprst 3 für die 2. Klasse), dass die Sprachstarken jeweils auch für die nächsthöhere Stufe gehen würden. Konkret: Momentan wird unsere Klasse mit den Sprachstarken 4 unterrichtet, also auch die Dritteler. Somit ist im nächsten Schuljahr Band 3 dran, für die künftigen Dritteler und Vierteler. Nun bin ich mit der Kollegin zusammen gesessen zwecks Aufteilung der Themen gemäss Jahresplanung. Und das ging so: Du hast hier eine längere Sequenz, also nimmst du hier wieder eine kürzere, ich habe hier eine kürzere, also nehme ich hier wieder eine längere.
Dabei schauten wir nicht gross auf die Inhalte, sondern eher auf die Länge der Sequenzen…d.h. mein Vorschlag, themenorientierter aufzuteilen, wurde abgelehnt (also dass z.B. ich die Grammatik/RS und die Kollegin die eher themenorientierten Themen nähme).
Wir werden beide das Fach „Deutsch“ mit je zwei Lektionen unterrichten.

  1. Was haltet ihr davon? Kann das gut kommen? Sollen wir nochmals über die Planung? Bin noch nicht so davon überzeugt…
  2. Ist es überhaupt sinnvoll, das Fach „Deutsch“ aufzuteilen? Wenn mit den Sprachstarken gearbeitet wird?
    (Hintergrund: Ich freue mich sehr, dass ich Deutsch unterrichten darf, wurde aber ziemlich enttäuscht, als ich hörte, dass ich „nur“ zwei Lektionen vom „Deutschkuchen“ erhalte…)

Ah, noch etwas: Wie erklärt man spitzfindigen Eltern an einem Elternabend, dass das Fach Deutsch in diesem Schuljahr aufgeteilt wird? Ich möchte nicht nur stundenplantechnisch argumentieren, sondern möglichst so, dass die Aufteilung als sinnvoll nachvollzogen wird…

Herzlichen Dank für die Einschätzung meiner Situation soweit möglich und die Unterstützung.

Liebe Helena
Wie gewohnt führen viele Wege nach Rom, das heisst, bei der Planung in altersdurchmischten Klassen oder mit mehreren Deutschlehrpersonen gibt es verschiedene Ansätze. Wenn nur ein Leitlehrmittel für beide Klassen verwendet wird, ist das ideal. So können beide Klassen am gleichen Thema arbeiten. Bei den Grammatik- und Rechtschreibthemen ist es aber sinnvoll, wenn die Themen nach Schuljahr behandelt werden. Sie haben in den Jahrgangslehrmitteln einen sinnvollen Aufbau über alle Schuljahre.
Das Aufteilen der Lektionen bedeutet sicher mehr Absprachen. Die meisten Themen im Lehrmittel «Die Sprachstarken» fördern verschiedene Kompetenzbereiche. Konkret bedeutet das, dass die Lehrpersonen sich immer wieder absprechen müssen, an welchen Kompetenzen zur Hauptsache gearbeitet werden soll. Nur so ist eine ausgewogene Förderung aller Sprachkompetenzen gewährleistet.
Wie sinnvoll das Aufteilen der Deutschlektionen ist, entscheidet der Erfolg im Unterricht. Wenn es gelingt, dass die Schülerinnen und Schüler eine grössere Vielfalt erleben und dank zwei Lehrpersonen gezieltere Unterstützungen durch Absprachen möglich werden, fallen bei den Elternabenden auch keine kritischen Fragen an.
Da diese Fragen nicht in so wenigen Sätzen abschliessend besprochen werden können, weise ich gerne auf das Fachberatungsangebot des Instituts für Weiterbildung und Medienbildung hin, das Lehrpersonen in Anspruch nehmen können. Am 13. Juli wird zudem ein Kurs zum Thema altersdurchmischtes Lernen in Erlach angeboten.
Freundliche Grüsse
Sandmann und sein Team