Franz-Rechtschreibung wieder einmal

Es geht wieder einmal um die französische Rechtschreibung, dazu hatte ich ja schon mal einen Beitrag eröffnet. Nun hätte ich gerne eure Einschätzung zu folgender Situation:
Unsere IF-Lehrperson hat mit zwei meiner Drittklässler in einer Doppelstunde ein Plakat erstellt, auf dem die zwei Kinder sich abzeichneten, also ihren Körper auf ein lebensgrosses Plakat abgezeichnet haben. Danach haben sie Sprechblasen eingefügt, J’aime la nature etc. , dann ihre Hobbies (analog Tâche 3.2.1), etc. Danach sind sie ins Coop gegangen, haben Früchte einkaufen können, mussten dabei auf die französische Bezeichnung schauen, und haben dies dann auch noch mit Sprechblasen auf dem Poster eingefügt, also: Je visite la Coop, j’aime des fraises, je aime moins l’ananas etc…eine sehr gute Idee wie ich finde. Nun haben die beiden Kinder der Klasse dieses Plakat vorgestellt und vorgetragen. Grundsätzlich stiess dies auf ein sehr gutes Echo in der Klasse. Mir aber stellten sich die Haare zu Berge. Weil: Die Sachen waren so schrecklich falsch geschrieben. Und zwar auch Dinge, sie sie längst gehabt haben, so zum Beispiel war j’ manchmal mit sch geschrieben, ja, oft waren Wörter so geschrieben, wie man sie sagt, also eigentlich ein No-Go, wie ich an der PH gelernt habe.
Die IF-Lehrperson möchte nun, dass wir das Plakat im Schulzimmer aufhängen. Ich hab dies auch gemacht. Was mach ich aber mit der Rechtschreibung? Was würdet ihr tun? Korrigieren, mit den Sus? Dann macht man doch all ihre Freude kaputt. Und doch geht es nicht, so kreuzfalsch zu schreiben…? Ich bin gerade etwas ratlos (schon einmal hat sich ein Vater bei mir beschwert, weil auf so einem Plakat „once“ stand, anstatt „onze“…)
Danke für die Rückmeldung.

Liebe Helena
Kein einfaches Dilemma ist das, einerseits ein fertiges, selbstgemachtes Produkt zu honorieren, andererseits auch dafür zu sorgen, dass sich die SchülerInnen keine wichtigen Ausdrücke falsch merken, zumal das Plakat ja nun „öffentlich“ da hängt und von euch Lehrpersonen damit „für gut befunden“ wurde…
Grundsätzlich würde ich bei der Erstellung von Produkten so vorgehen, dass ich die SchülerInnen zuerst die Ausdrücke, die sie brauchen, sammeln und notieren lassen würde, dabei sollen sie allenfalls auch selber etwas nachschauen (Mini-Dic, magazine/Revue, oder hier Produktebeschriftungen), und sie sollen darauf achten, dass sie Wörter genau abschreiben. In einem zweiten Schritt könnte man sie entweder in Partner- oder Gruppenarbeit die Ausdrücke noch durchgehen und gegenseitig ergänzen und korrigieren lassen – dabei kannst du/die IF-LP auch noch nachhelfen. Dann können sie die Ausdrücke auf das Plakat übertragen, falls sich noch grosse Mühe haben allenfalls zuerst nur mit Bleistift. Damit sollten sich die meisten „Schnitzer“ vermeiden lassen.
Im vorliegenden Fall ist es komplizierter, da du ja nicht bei der Erstellung dabei warst und das Produkt nun fixfertig ist. Deshalb würde ich auch nicht in das Plakat hineinkorrigieren. Wenn es sich um themenspezifischen Wortschatz handelt, würde ich in einer Art Wiederholungssequenz mit ihnen zusammen alle Ausdrücke sammeln, die sie dazu kennen, auf einen Flip/auf ein Plakat schreiben, mit ihnen auch die Schreibweise besprechen (wie schreibt man das und warum schreibt man es so – also der Zusammenhang von gehörtem Laut und geschriebenen Buchstaben), sie die Ausdrücke in ihr Heft/Revue o.ä. abschreiben lassen, gegenseitig nochmals überprüfen, und dieses Plakat könnte man dann auch länger hängen lassen…
Und ich würde auch deine IF-LP darauf hinweisen, dass die SchülerInnen Wörter in der 3. nicht unbedingt auswendig richtig schreiben können müssen, dass es aber wichtig ist, dass sie lernen, diese nachzuschauen und richtig abzuschreiben, und es dort eine gewisse Unterstützung und Korrektur braucht. Es muss nicht unbedingt jeder Satz, den sie irgendwie aufschreiben, korrigiert werden, und es ist auch legitim, wenn man nicht alle Fehler anstreicht, sondern v.a. diese, welche sie eigentlich „wissen sollten“, denn alle Korrekturen können sie weder verstehen noch aufnehmen – das kann man auch den Eltern gegenüber so kommunizieren, damit sie nicht allenfalls selber noch gut gemeint Nachkorrekturen vornehmen. Wenn man aber länger an einem Plakat/Produkt arbeitet, das dann auch „veröffentlicht“ wird, kann/soll man etwas mehr Zeit investieren, damit man dieses dann auch mit gutem Gewissen stehen lassen kann.

Das wäre mal so mein Ansatz, aber vielleicht haben KollegInnen von deiner Stufe noch konkrete Tipps oder haben andere Erfahrungen gemacht?

Ich kann dem Beitrag von Coccinelle nur beipflichten. Wenn Kinder schwach sind oder im Nachschlagen langsam, helfe ich ggf dort: rasch auf ein Notizblatt vorschreiben, den Dictionnaire auf der richtigen Seite aufschlagen, auf der Verpackung zeigen, an die Wandtafel schreiben. Natürlich sollten das die Kinder ab einem gewissen Alter selber können, wenn jedoch die Motivation fürs Französisch (Englisch, Deutsch) davon abhängt, stelle ich die Motivation darüber.

zum Thema:
…mit ihnen auch die Schreibweise besprechen (wie schreibt man das und warum schreibt man es so – also der Zusammenhang von gehörtem Laut und geschriebenen Buchstaben), sie die Ausdrücke in ihr Heft/Revue o.ä. abschreiben lassen, gegenseitig nochmals überprüfen, und dieses Plakat könnte man dann auch länger hängen lassen…

sche scherch sche le scheff schaque schur des schenti schen = je cherche chez le chef chaque jour des gentils gens

Da wird die Erklärung und Begründung von einem (aus deutscher Sicht) einem Laut (sch) doch auf drei verschiedene Arten im Französischen geschrieben. (g, j, ch)

Das Lehrmittel gibt an auf eine korrekte Schreibweise und Korrektur zu verzichten. Wenn wir es trotzdem machen möchten, wird es doch auch bei ganz vielen Wörtern schwierig und zeitraubend eine klare Begründung und Regelung zu finden.

Ich finde es doch einfacher, der Empfehlung des Lehrmittels zu folgen, dass die Rechtschreibung bis zur 6. Klasse nicht in die Beurteilung einzufliessen hat und deshalb nicht bewertet und zu stark gewichtet wird.

Liebe Helena
Aufgehängte Plakate in einem Schulzimmer gelten bei mir als „Veröffentlichung“ und sind korrekt zu schreiben.
Ich halte das auch in Natur+Technik so, wo ich öfters Plakate gestalten lasse: Während ich in Prüfungen nicht auf die Rechtschreibung achte, bewerte ich diese bei Plakaten. Zwar ist das ein kleiner Punkteabzug, aber dennoch.
Warum?

  1. sollen sie lernen, dass zuerst eine Skizze gemacht werden soll, bevor das Endergebnis bearbeitet wird. Diese beinhaltet die Form, aber auch den Inhaltstext, der dann korrigiert werden kann. Ein Wissenschaftsplakat ist bei mir eine ernste Angelegenheit, die in der Forschung ein übliches Medium der Informationsvermittlung darstellt.
  2. sollen sie ihren Text hinterfragen und Nachschlagewerke nutzen lernen.
  3. sollen sie lernen, Hilfe zu suchen: Jeder Text, der veröffentlicht wird, soll von einem unabhängigen Auge gegengelesen werden. Die Kinder sollen lernen, wen sie für eine Korrektur fragen könnten, insbesondere wer ihnen in der Rechtschreibung helfen könnte.
    Deshalb kann ich dein Argument nur unterstützen, korrekte Schreibweise bei einem öffentlichen Plakat einzufordern. Sonst merken sich die anderen Kinder noch die falsche Schreibweise…
    Liebe Grüsse
    MiMiMa

Bonjour Romanonym,
je ne suis pas sûre de vous avoir bien compris, mais il n’existe en français qu’une seule manière d’écrire le son sch (allemand) : ch.
Dans la phrase citée: je cherche chez le chef chaque jour …les j, g, etc ont une autre prononciation. Il est très important de corriger les élèves, de ne pas les laisser prononcer les j et les g comme les ch et de leur faire ressentir les différences.
D’autre part, le plan d’études 21 (Passepartout) dit clairement pour les classes 3 et 4 (Lernstrategische Kompetenzen, Schuljahre 5/6 Harmos):
Schreiben: genau lesen, sorgfältig abschreiben und durch Vergleichen überprüfen.
Selon moi, il faut travailler au lien graphie-phonie dès le début, afin que l’écriture s’installe tranquillement.
Je suis d’accord avec Coccinelle et Schulhaus.