Als Berufseinsteigerin (3 Jahre Berufserfahrung) bin ich immer wieder mit Situationen konfrontiert, welche mich auch nach Schulschluss noch stark beschäftigen.
Gerne würde ich von euch hören, wie ihr es schafft, euch jeweils nach Schulschluss oder übers Wochenende abzugrenzen. Wie stoppt ihr die Gedanken, welche im Kopf herumschwirren.
Es sind nicht unbedingt die schwierigen SItuationen, sondern auch ganz normale DInge, die ich erlebt habe. Dennoch finde ich es eher belastend, wenn ich während dem Wochenende immer zwischendurch an den Kindergarten denke.
Ich habe schon probiert wirklich keine Arbeit nach Hause zu nehmen. Das klappt nicht schlecht, aber dennoch würde ich gerne noch weiter Tipps und Tricks hören.
Nach den Herbstferien darf ich eine Stelle im Nachbarsdorf beginnen. Ich freue mich sehr darauf, aber denke eben, dass das Thema Abgrenzung noch wichtiger wird.
Herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Ein Thema, das sicher viele Lehrpersonen interessieren wird, kommt es doch in der Beratung immer wieder zur Sprache.
Wunderbar, dass Sie bereits eine Strategie gefunden haben, die „nicht schlecht klappt“. Fahren Sie unbedingt weiter damit. Gerne liste ich einige Ideen auf, die Sie im Distanzieren und Abschalten unterstützen könnten, ohne jedoch Ihre inneren Antreiber, die zu den unerwünschten Gedanken führen, zu kennen. Damit bleiben die Ideen allgemein gehalten und können nicht massgeschneidert auf Ihre Situation entwickelt werden.
Nehmen Sie sich am Ende des Arbeitstages Zeit, einen Rückblick auf Gelungenes und Schwieriges zu machen. Vielleicht schreiben Sie einige Worte in ein Tagebuch.
Schlüpfen Sie am Ende des Tages bewusst aus der Kindergärtnerinnenrolle, indem Sie z.B. die Schuhe wechseln oder ein bestimmtes Kleidungsstück zurücklassen.
Nehmen Sie sich vor dem Verlassen des Kindergartens Zeit, um zu prüfen, ob alles für den nächsten Tag auch wirklich bereit ist.
Schiesst eine Situation ungefragt in Ihren Kopf, dann fragen Sie sich: Kann ich im Hier und Jetzt etwas tun? Wenn nicht: Hilft eine Notiz, damit ich morgen daran denke? Wenn nicht, verabschieden Sie den Gedanken und ersetzen ihn mit etwas Erfreulichem.
Fragen Sie sich, ob der Gedanke wohltuend ist, weil er Sie an eine ressourcevolle oder lustige Situation erinnert. Wenn ja, dann geniessen Sie ihn. Wenn er aber belastend ist, dann… (siehe oben).
Grundsätzlich gilt:
Nehmen Sie Ihr Denken wahr, begrüssen Sie es und, wenn es Sie belastet, verabschieden Sie es, indem Sie Ihre Atmung beobachten, das Geschirr spüren, das Sie am Abwaschen sind, die Farbe der Natur um Sie bewusst wahrnehmen… also immer wieder Ihre Wahrnehmung mit Hilfe aller Sinne ins Hier und Jetzt führen (siehe auch angehängte Geschichte).
Ich wünsche Ihnen ein gutes Disziplinieren Ihrer Gedanken und ein gesundes Distanzieren vom Berufsalltag.